Dienstag, 23. Mai 2017

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Die Forelle und das klare Quellwasser in den Lippe-Auen – Leckerer Fisch im Forellenzentrum Naroda

Forellenzentrum Naroda
Familie Naroda
Zum Gahlener Grind 2
46514 Schermbeck-Gahlen

Telefon: +49 2853 3278
Website: www.forellenzentrum-naroda.de

Außengastronomie mit Fischspezialitäten
Barrierefrei zugänglich
Biergarten/Terrasse
Öffnungszeiten: täglich von 7 bis 18 Uhr
Angeln ohne Voranmeldung
Führungen durch die Zucht nach Voranmeldung

„Es waren einmal ungezählte Regenbogenforellen, die seit ihrer Geburt an der artesischen Quelle nippen durften. Sie lebten im Land zwischen Lippe und Kanal. Als sie älter wurden, wuchsen sie zu schlanken, starken, gesunden Fischen heran.“ So könnte das Märchen beginnen, wenn das gute Leben der zigtausend Fische im Forellenzentrum Naroda in Gahlen nicht allzu real wäre. Aber was wie eine Mischung aus Schlaraffenland und der Mär des Fischers und seiner Frau klingt, ist für Familie Naroda Alltag: Sie züchten jährlich 65 Tonnen Speisefische in den Lippe-Auen. Und dieses Tagewerk gehen zwei Generationen im Familienbetrieb täglich mit viel Herzblut an.

Rainer Naroda gründete die Forellenaufzuchtstation in der Gahlener Lippeschleife vor über vierzig Jahren. Damals gab es hier noch keinen einzigen Teich. Nur die sprudelnde artesische Quelle, die ihr Wasser aus den tiefen Schichten der Halterner Sande bezieht. Anfang des 19. Jahrhunderts gab es viele dieser Quellen, die lange Zeit auch als Trinkwasser gefördert wurden. Heute sorgt das stetig nachkommende Wasser für gute Bedingungen in den inzwischen 14 Angelteichen und 14 Zuchtteichen. Die große Zahl der Teiche bietet den Forellen genug Platz, um sich zu bewegen. So wachsen gesunde, starke Fische, deren festes, eher mageres Fleisch dank des frischen Wassers einen hohen Grad an Neutralität hat. „Unsere Forellen können Sie ganz nach Ihren Vorstellungen zubereiten. Es ist der optimale Fisch für alle möglichen Gerichte“, ist sich Jennifer Naroda sicher. Sie zählt in einem Atemzug Grill, Pfanne, Ofen und Kochtopf auf. Die junge Kauffrau ist damit beschäftigt, die Umbauarbeiten für einen vergrößerten Verkaufsbereich zu koordinieren und schaut zwischendurch kurz in den Räucherofen, in dem gerade 120 Forellen veredelt werden. Im Forellenzentrum werden Produkte für den Endverbraucher produziert: Frische, geräucherte oder zubereitete Forellen kann man sich an der Theke abholen und sie sogar an Ort und Stelle in der Außengastronomie verzehren, oder man besucht einen der vielen Wochenmärkte, auf denen Gahlener Forellen zu haben sind. Familie Naroda hat inzwischen drei Marktwagen mit eingebautem Räucherofen und verlegt sich gerade auf den neuen Trend der Feierabendmärkte. Entspannt nach Dienstschluss kann man zum Beispiel in Gelsenkirchen-Buer Forellenfrikadellen aus Schermbecker Produktion verspeisen oder filetierten Fisch erstehen.

In Gahlen wird produziert, was Abnehmer in der Region findet. Industrielle Massenproduktion passt nicht zur Philosophie von Familie Naroda. Adelheid Naroda und Tochter Jennifer kümmern sich um den kaufmännischen Bereich, während Rainer Naroda und Sohn Florian als Fischwirte das Wohl der Forellen vom Ei bis zum ausgewachsenen Fisch im Auge haben, die gesamte Entwicklung von 0,01 bis 450 Gramm. Täglich wird zwei Mal von Hand gefüttert, um die Fische immer im Auge zu haben. Natürliches Forellenfutter, keine Innereien. „Solche Gerüchte halten sich komischerweise hartnäckig“, lacht Jennifer Naroda. „Wir füttern Pellets aus Rohfaser, Fett und Eiweiß.“  

Wer sich davon selbst einen Eindruck verschaffen möchte, kann sich zu einer Führung anmelden. Familie Naroda geht nach Voranmeldung mit Gruppen ab acht Personen über das gesamte Gelände mit anschließendem Imbiss. Ganz ohne Anmeldung können Sie täglich die Angelrute in einen der Teiche halten – selbstverständlich nur mit Bundesfischereischein – oder Frischfisch im Verkaufsraum mitnehmen. Viele Touristen schwenken von einer Radtour oder einem Kanalspaziergang ein. An der Theke können sie Kalt- und Heißgetränke und alles von der Forelle erstehen, was das Herz begehrt: vom Fischbrötchen, über die heringsgleich eingelegte Forelle bis zur geräucherten und filetierten Forelle.

Auch viele Stammkunden kommen über Jahre und Jahrzehnte für ihre Gahlener Regenbogenforelle: „Eine Dame aus Duisburg kommt einmal im Monat und kauft 120 Forellen für alle Bewohner eines Hochhauses. Inzwischen ist sie weit über achtzig und lässt sich fahren. Aber ihre Einkaufsfahrt zu uns lässt sie sich nicht nehmen“, schmunzelt Jennifer Naroda. Genauso unermüdlich sind die vier Familienmitglieder. Feiertag und Wochenende hat bei ihnen eine andere als die landläufige Bedeutung, denn dann ist am meisten los. Täglich ist von 7 bis 18 Uhr geöffnet, einen Ruhetag gibt es nicht. An einem guten Sonntag stehen 70 Angler um die Teiche, und die Ausflügler geben sich im Verkaufsraum die Klinke in die Hand. Und das hat seinen guten Grund. Denn so bekommt man sonst Forellen, die unter geradezu märchenhaften Bedingungen aufwachsen?

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