Freitag, 25. September 2020
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Aktuelle Themen (46)

 

Die letzten Jahre fanden um diese Jahreszeit in der Turmstation „Alter Postweg“ in Schermbeck Bricht Kunstausstellungen statt. Doch in diesem Jahr ist alles anders.
„Die Corona Krise fordert uns heraus neue Wege zu gehen“. In Zusammenarbeit mit der Dorstener Künstlerin Stefanie Szukowski wurde ein alter Zigarettenautomat zu einem Kunstomaten umgewandelt. „Die Besucher des Turmes haben somit weiterhin Gelegenheit sich mit Kunst auseinander zu setzen, aber zum Mitnehmen in kleinen Schachteln.“ so Martin Splitt, Eigentümer der Turmstation. Die Unikate, aktuell von Szukowski erstellt, beispielsweise kleine Aquarelle, können nun gegen die freiwillige Zahlung von 4 € aus dem Automaten gezogen werden. Der Erlös ist für die Erhaltung des Turmes bestimmt.
www.turmstation-schermbeck.de
www.instagram.com/stefanieszukowski

Mal was Sinnvolles mit dem Smartphone anstellen – Das haben Kinder der Klassen 5 und 6 in den vergangenen sechs Monaten in einer besonderen AG getan. Im Projekt Heimat erleben und hörbar machen haben 14 Schülerinnen und Schüler das Mikrofon ins Smartphone gestöpselt und sind losgezogen, um Interviews in Schermbeck zu führen. Sie haben viele Stimmen eingefangen und ihren Wohn- oder Schulort viel besser kennengelernt. Die Oberstufen-Schüler der Gesamtschule haben sich Gedanken über ihre Lieblingsorte in Schermbeck gemacht und verraten Ihnen einige schöne, erholsame und geheime Orte im Gemeindegebiet. Außerdem haben sie sich an so knifflige Themen gewagt, wie die Tradition der Schützenfeste in Schermbeck, die Geschichte der jüdischen Gemeinde oder die Legende über den Teufelsstein. Wöchentlich können Sie hier die Ergebnisse hören: Schermbeck für die Ohren, im Audio-Podcast.

Die Zukunft der Mobilität ist in Schermbeck angekommen. Jede und jeder kann ab sofort hier am Heimatort ein Elektroauto teilen. Das eCarsharing-Projekt SCHERMYCAR der Gemeinde Schermbeck, der Schermbecker Energiegenossenschaft, der Volksbank Schermbeck zusammen mit innogy macht es möglich. Zwei Elektroautos stehen Teilnehmern zur Verfügung – ohne Grundgebühr und denkbar einfach. Am Samstag gab es zum Auftakt viele Informationen und einiges auszuprobieren.
Zahlreiche Schermbeckerinnen und Schermbecker waren der Einladung auf den Rathausplatz gefolgt, der für die Veranstaltung abgesperrt und freigeräumt war. Wer mochte, konnte sich völlig unbürokratisch hinter das Steuer eines der beiden neuen Schermbecker Elektroautos setzen und bei einer Probefahrt Gas geben – komplett lautlos, versteht sich. „Das ging ja viel einfacher als ich dachte“, war öfter das Fazit nach einer kleinen Spritztour. Wer bisher ein konventionelles Automatikfahrzeug gefahren ist, hatte gar keine Anfangsschwierigkeiten. Die beiden Renault Mietwagen können komfortabel beschleunigen, haben eine Reichweite bis zu 300 Kilometer und brauchen für einen kompletten Ladevorgang ca. drei Stunden.
Neben den beiden Renault Zoe-Modellen, die ab sofort an den Ladesäulen am Rathaus und an der Volksbank Schermbeck stehen werden, standen BMW i3-Fahrzeuge und ein Tesla bereit. Die Firma Rolling Bull aus Köln ließ Interessierte auf Elektrorollern und Scootern über den Platz flitzen und zauberte damit schnell ein begeistertes Grinsen auf die Gesichter der Testfahrer. Außerdem standen elektrische Lastenräder der Firma Punta Velo aus Dorsten zur Verfügung und das TWIKE 3 der Marburger Firma Rosenthal, das als eines der effizientesten elektrischen Fahrzeuge weltweit gilt.
Beflügelt von der neuen Art, sich klimaschonend fortzubewegen, meldeten sich viele gleich für das eCarsharing an. Gezahlt wird pro Kilometer. Vorher müssen Teilnehmer sich über das innogy-Portal einloggen und eines der beiden Schermbecker E-Fahrzeuge für den gewünschten Zeitraum mieten. Mit einer personalisierten Karte kann man sich dann Zugang zum gemieteten Auto schaffen, entweder an der Ladesäule an der Volksbank oder auf dem Rathausparkplatz, je nachdem, welches man reserviert hat.

Weitere Informationen zu SCHERMYCAR und zur Buchung gibt es hier

Mit der SCHERMBECK-APP haben Sie jederzeit Zugriff auf vielfältige Informationen zu Themen wie Freizeit & Tourismus, Aktuelles, Veranstaltungen in Schermbeck, Einkaufen und vieles andere mehr. Einfach im Browser Ihres Smartphones die Adresse https://schermbeck.app aufrufen und direkt loslegen.

Die Gemeinde Schermbeck hatte sich im letzten Jahr erfolgreich um einen Gutschein im EU-Förderprogramm "WiFi4EU" beworben. Mit diesem Förderprogramm sollen in öffentlichen Räumen WiFi-Hotspots eingerichtet werden, die Bürgern und Besuchern eines Ortes einen kostenlosen mobilen Breitbandinternetzugang zur Verfügung stellen.

Aus insgesamt 13.000 Kommunen, die sich in 2018 für diesen Gutschein beworben hatten, wurden europaweit 2.800 Gewinner ausgewählt, die für die Errichtung eines öffentlichen WLAN jeweils einen Betrag i.H.v. 15.000 EUR bewilligt bekamen.

Aus zahlreichen Angeboten wurde mit „The Cloud Networks“ ein leistungsfähiger Dienstleister für die Installation sowie den Betrieb des Netzes gefunden. Die Gemeinde wurde bei der Umsetzung von Partnern aus dem Ort unterstützt, die ihre Gebäude als Einspeisungspunkte für das Netz zur Verfügung stellten. Accesspoints an Laternen dienen als weitere Sendepunkte. Die NISPA sowie die Volksbank Schermbeck übernahmen darüber hinaus die über den Gutschein hinausgehenden Kosten, um mit einer ausreichenden Anzahl an Accesspoints sowohl in Schermbeck als auch in Gahlen eine optimale Netzabdeckung zu ermöglichen.

Das Netz deckt zunächst die beiden Ortskerne von Schermbeck und Gahlen ab und kann jederzeit erweitert werden. In Schermbeck wurden Accesspoints an insgesamt 8 Standorten zwischen dem Rathaus und der katholischen Kirche für ein durchgehendes Netz installiert während in Gahlen Accesspoints an 4 Standorten zwischen dem Törkentreck und der Volksbank senden werden.

Im Ortskern von Schermbeck konnten die Installationsarbeiten in den letzten Wochen bereits abgeschlossen werden, sodass das öffentliche WLAN am Samstag, 14.12.2019 offiziell in Betrieb genommen werden kann. Die Internetanschlüsse in Gahlen wurden zwar bereits gebucht, konnten aber leider noch nicht zu diesem Termin freigeschaltet werden, weshalb sich der Start hier voraussichtlich in den Februar 2020 verschieben wird.

Das Projekt "Neue Wildnis Dämmerwald" ist im Wildnisentwicklungsgebiet Dämmerwald bei Schermbeck verortet. Es handelt sich um ein Waldgebiet mit altem Laubbaumbestand, welches sich ohne menschliche Eingriffe zu einer "neuen" Wildnis entwickeln soll. Ziel des Gebietes ist es, einen Beitrag zum Natur-, Arten- und Klimaschutz zu leisten und dabei die Bevölkerung im Rahmen von Wildnis- und Umweltbildung einzubeziehen.
 
Die Wildnisführungen starten jeden Donnerstag um 15:00 Uhr am Wanderparkplatz Teufelstein und dauern ca. 2 Stunden.
Anmeldungen bitte unter:

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Telefon: 0281 33 832-0
 
Die Führungen sind für Kinder und Jugendliche kostenfrei. Erwachsene zahlen 5.- € pro Person
Radfahren, Wandern und Reiten – verirren fast unmöglich

Zum baldigen Saisonstart ist die Neuauflage der Radwanderkarte des Kreises Wesel soeben erschienen. Erhältlich sind bei uns auch die Kreisradwanderkarten Borken, Coesfeld und Recklinghausen, alle im Maßstab von 1:50.000. Weiterhin diverse Themenroutenkarten (Römer-Lippe-Route, Niederrheinroute), Themenkarten zum Naturpark Hohe Mark und zum Ruhrgebiet. Außerdem 3 Wanderkarten, die gesamtheitlich den Kreis Wesel abbilden und die Reittipp Karte Naturpark Hohe Mark West. Die Preise variieren je nach Karte zwischen 2,30 – 14,95 Euro pro Stück.
Im Foto die Neuauflage der Radkarte Kreis Wesel. Postkarten aus Schermbeck und Gemeindewappen als Aufkleber sind ebenfalls zu erwerben. Sollte ein Produkt vergriffen sein, bestellen wir zeitnah für Sie nach. Sie erreichen uns in der Regel zu den Öffnungszeiten der Gemeinde Schermbeck und erhalten einen Teil des Materials auch im Eingangsbereich der Gemeinde bzw. im Bürgerbüro. Weiterhin halten wir ausführliche kostenfreie Informationen rund um die Themen Radwandern, Wandern, Reiten, Gastronomie, Sehenswür-digkeiten und Gartenbesichtigungen in unserer Gemeinde und Umgebung (besonders Niederrhein und Münsterland) für Sie bereit.
 
Interessierte beraten wir gerne persönlich – Terminvereinbarung: Telefon 02853 910-202.
 
SCHERMBECK DEALS
Pünktlich seit 1. November um Mitternacht können potentielle Kunden mit dem Online-Bummel beginnen. Rund um die Uhr und auch am Wochenende können nun von A wie Auto bis Z wie Zeitmesser verschiedene Produkte unter die Lupe genommen werden – bequem vom Sofa aus. Und das geht ganz unverbindlich. Über das Portal kommt kein Kaufvertrag zustande. Nutzer können mit einem Klick ein Angebot reservieren oder Kontakt zum Händler aufnehmen. Der persönliche Besuch im Geschäft oder in der Gastwirtschaft steht nach wie vor im Vordergrund.
Erfahren, was Schermbeck zu bieten hat – diese Möglichkeit wollten die Gemeinde Schermbeck, die Werbegemeinschaft Schermbeck und der Gemeindemarketingverein Wir sind Schermbeck e.V. mit dem neuen Shoppingportal eröffnen. Wenn man manches Geschäft bislang noch gar nicht wahrgenommen hat, dann ändern bebilderte Inserate das nun auf einen Blick: Die gesamte Bandbreite unseres aktiven und durchaus innovativen Wohnortes und Lebensmittelpunkts bekommt eine Plattform. Zugleich macht das virtuelle Schaufenster der Kernkompetenz der Geschäftsleute in Schermbeck keine Konkurrenz: dem Service und der persönlichen Beratung vor Ort. Das Portal ist einfach zu bedienen und sowohl das Inserieren eines Produkts als auch die Reservierung durch den Kunden ist denkbar einfach.
Kunden können nicht nur in Produktangeboten stöbern oder nach Schnäppchen suchen. Jedes teilnehmende Unternehmen hat die Möglichkeit, das eigene Geschäft in einem übersichtlichen Profil darzustellen, die Öffnungszeiten anzugeben und eine einfache Kontaktmöglichkeit anzubieten. Schermbeck Deals ist also eine neue Brücke vom Anbieter zum Kunden, und das Besondere: Kaufkraft bleibt im Ort und Wege werden verkürzt, der Einkauf dadurch nachhaltiger.
Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Jens Ostermann-Schelleckes oder Rainer Schmidt unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
 
Pfarrer i. R. Wolfgang Bornebusch hat sich vorgenommen, Flüchtlinge, die es hierher nach Schermbeck verschlagen hat, zu interviewen und ihre Fluchtgeschichten festzuhalten. Ihre Veröffentlichung soll dazu beitragen, ein wenig mehr darüber zu erfahren, was für Menschen mit was für Geschichten und Problemen zu uns kommen und nun mit uns leben. Diesmal geht es um Hussein Al-Jaboori und seine Familie.
 
Nach einer längeren Pause will ich mich wieder den Geschichten der unter uns lebenden Flüchtlingen zuwenden. Diesmal bekomme ich es mit Hussein Al-Jaboori zu tun. Er ist 31 Jahre alt, kommt aus dem Irak und ist das Jüngste von insgesamt 15 Geschwistern. Sieben Schwestern hat er und genau soviel Brüder. Einer der älteren Brüder hatte zu Zeiten Saddam Husseins den Diktator öffentlich kritisiert. Dies blieb nicht ohne Folgen. Er musste fliehen. Zunächst setzte er sich nach Saudiarabien ab. Heute lebt er mit seiner Familie in den USA.
 
Hussein wuchs auf auf einem Bauernhof mit 10 Kühen, zu klein als dass die Familie von dem Ertrag, den sie damit erwirtschaften konnte, hätte leben können. So betrieb man nebenher einen offenbar erfolgreichen Handel mit Diesel-Kraftstoff. Hussein bezeichnet seine Familie als durchaus wohlhabend.
 
Der Bauernhof der Familie liegt im südlichen Irak, in Faw, einem kleinen Dorf, etwa 110 km entfernt von der großstädtischen Metropole Basra. Um ihre Geschäfte zu machen, fuhren die Al-Jabooris ziemlich regelmäßig nach Basra, auch Hussein. Das blieb nicht verborgen – auch nicht der irakischen Mafia. So geschah es, dass man Hussein mit seinem Wagen auf dem Rückweg von Basra nach Faw anhielt und ihn kidnappte. 15 Tage hielt ihn die Mafia gefangen – bis die Familie mit den Erpressern handelseinig geworden war. 70.000,00 Dollar hatten sie von der Familie für die Freilassung von Hussein verlangt. Mit 50.000,00 Dollar waren sie schließlich zufrieden.
 
Die Zeit im Gewahrsam der Mafia, das wird im Gespräch sehr deutlich, hat Hussein nachhaltig traumatisiert. Man behandelte ihn, so erzählt er, auf äußerst demütigende und entwürdigende Weise. Hussein kann über manches, was ihm da widerfuhr, kaum sprechen, kann es nur andeuten. Immer wieder wurde er brutal geschlagen und malträtiert. Eine seiner Hände brach man ihm, so verstehe ich. Mit einer Kalaschnikow stieß man ihn wiederholt mit einer solchen Wucht in den Rücken, dass er heute noch an den Folgen leidet.

Wieder in Freiheit und doch gefangen
Wieder in Freiheit, wieder zuhause bei der Familie, verließ er nicht mehr das Haus. Zu sehr war er besetzt von der Angst, dass sich die Mafia wieder seiner bemächtigen würde. Er konnte in Folge dessen seiner Arbeit nicht mehr nachgehen, seine sozialen Kontakt nur sehr eingeschränkt noch aufrecht erhalten. Er war ein Gefangener in den eigenen vier Wänden.
 
Alles dies ereignete sich im Jahre 2012. Da beschloss er denn auch, den Irak zu verlassen, um ein neues, unbedrohtes, angstfreieres Leben beginnen zu können. Sein Ziel war die Türkei. Von Basra flog er über Istanbul nach Ankara, wo er erst einmal blieb – unterstützt von seiner Familie. Nur etliche Monate später aber – wir schreiben das Jahr 2013 – erkrankte seine Mutter schwer. So beschloss er, nach Hause zurückzukehren, um bei der Pflege und Betreuung der Mutter behilflich sein zu können. Und wieder durchlebte er eine Zeit, in der er ein Gefangener im eigenen Hause war.
 
Endgültige Flucht aus der Heimat
Als die Mutter nach gut vier Monaten starb, verließ Hussein den Irak endgültig. Diesmal war das Ziel von Anfang an Deutschland, weil ein guter Freund von ihm – er lebt heute in Stuttgart – bereits einige Monate zuvor dorthin geflohen war. Die Reise, die er nun antrat, war lang und sicherlich auch beschwerlich, aber anscheinend ziemlich undramatisch, jedenfalls frei irgendwelchen lebensbedrohlichen Situation. 3000,00 Dollar, so sagt er, musste die Familie für diese Reise aufbringen.
 
Von Basra flog er zunächst nach Erbil, eine Stadt im vom Kurden beherrschten Teil des Iraks. Von dort fuhr er mit dem Bus, die Grenze zur Türkei querend, über Ankara nach Izmir. Von Izmir setzte er mit einem Boot über nach Mythilene auf Lesbos, von wo es kurze Zeit später mit der Fähre weiter ging nach Athen. Von dort führte ihn der Weg quer durch Griechenland nach Makedonien. Die weiteren Stationen waren Serbien, Kroatien, Ungarn, Österreich und schließlich Deutschland. Mal war er mit dem Bus unterwegs, mal mit der Bahn.
 
Odysee durch Deutschland
Registriert wurde Hussein, so habe ich ihn verstanden, bei keiner seiner Grenzüberschreitungen, auch nicht beim Überschreiten der Grenze nach Deutschland. So bewegte er sich zunächst einmal völlig frei in unserem Lande. Zunächst kam er nach Hannover, wo er erfuhr, dass die Flüchtlingslager völlig überfüllt seien. So zog er weiter nach Hamburg. Von dort nach Stuttgart, wo er seinen irakischen Freund besuchte. Dieser riet ihm, es in Bremen zu versuchen. Auf der Fahrt von Stuttgart nach Bremen stieg er in einen ICE. Er hatte aber nur ein Ticket für den Regionalverkehr. So wurde ein Kontrolleur der Deutschen Bundesbahn auf ihn aufmerksam. Dieser übergab ihn in Bremen der Polizei, die ihn an die Ausländerbehörde weiterreichte. Hier nahm man ihm alle Fingerabdrücke ab. Hier wurde er nun endlich registriert – und wiederum weitergereicht: zunächst nach Bielefeld, dann nach Oer-Erkenschwick, und schließlich nach Schermbeck. Hier kam er im Oktober 2015 an.

Bereits zwei Jahre in Schermbeck
Zwei Jahre lebt Hussein also inzwischen in Schermbeck. Ich treffe ihn im ehemaligen Ecco-Hotel, wo auch die mit der Flüchtlingsarbeit betraute Caritas seit einiger Zeit ihr Quartier bezogen hat. Seinen Deutschkurs hat er bereits absolviert. Er hat auch schon – mit Erlaubnis der Ausländerbehörde - Arbeit gefunden. Auf einem Bauernhof. Da ist er für das Kühemelken zuständig. Damit kennt er sich ja von zuhause her aus. Hussein will nicht ausschließlich von der Großzügigkeit des deutschen Staates leben.
 
Hussein und die Anstreichertruppe (v. L.): Ali Altay, Hussein Jaboori (ganz hinten), Ilman Gazimaev, Sabine Walczak (Mitarbeiterin der Caritas / kniend), Riza Rizai und Gabi Roring (ehrenamtliche Mitarbeiterin)
 
Hussein steckt noch mitten im Asylverfahren, erfahre ich. Er hat den Status der „Duldung“. Ungeduldig wartet und hofft er auf seine Anerkennung. Die Ungewissheit, wie es mit ihm weitergeht, empfindet er als sehr belastend.Er möchte wieder eine Perspektive für sein Leben haben.
 
Ich erlebe meinen Gesprächspartner als sehr freundlich, zugewandt und offen – offen auch für den, der anders ist als er. Als ich ihn nach seinem religiösen Hintergrund befrage, antwortet er mir: „Ich bin Muslim, Shiit. Aber ich mag auch die Sunniten – und auch die Christen.“ Hussein will und kann es nicht verstehen, dass sich Menschen wegen ihrer unterschiedlichen Religionszugehörigkeit streiten oder gar bekriegen.
 

Hussein Jaboori (2. Reihe / 3. von links) beim Schermbecker Soccer Turnier 2016
 
Die MitarbeiterInnen der Caritas, die mir den Kontakt zu Hussein vermittelt haben, sind voll des Lobes für Hussein. Sie beschreiben ihn als ehrlich, hilfsbereit und engagiert. Er arbeitet mit beim „Café international“ im Pfadfinderheim. Die ehrenamtlichen Helfer dort hat er bereits eingeladen und bekocht. Stolz zeigt er mir ein Foto von seinem Lammgericht, das er für sie zubereitet hat. Gerade ist er dabei, der Caritas unter die Arme zu greifen: er hilft beim Anstreichen des Empfangsraums im Ecco-Hotel. Auch sportlich ist Hussein unterwegs: Er spielt mit in der 3. Fußball-Herrenmannschaft des SV Schermbeck. Wäre der Wille, sich zu zu integrieren, das einzige Kriterium, um seine Anerkennung als Asylsuchender zu bekommen, könnte man ihm diese, so scheint mir, kaum verweigern.
Wolfgang Bornebusch, Pfarrer i. R.
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